Startseite > Blog > Bemusterung von Schreinerarbeiten: So werden Oberflächen und Muster freigegeben
Von Schuster Innenausbau · Lesezeit ca. 7 Minuten
Bei der Bemusterung von Schreinerarbeiten legen wir Ihnen echte Muster der geplanten Oberflächen vor. Sie wählen aus und bestätigen Ihre Wahl schriftlich. Erst nach dieser Freigabe bestellen wir Platten und Furnier und beginnen mit dem Zuschnitt. So wissen beide Seiten genau, wie Fronten, Arbeitsplatte und Kanten am Ende aussehen.
Für Einbaumöbel ist das ein wichtiger Termin nach dem Aufmaß. Ob Einbauschrank nach Maß, Küche oder Waschtisch: Ein Möbel steht viele Jahre im Raum, und die Oberfläche sehen Sie jeden Tag. Eine Farbe auf dem Bildschirm oder im Prospekt wirkt anders als ein Stück Holz in der Hand.
In diesem Beitrag erklären wir, wie die Bemusterung bei uns abläuft, welche Muster es gibt, worauf Sie beim Anschauen achten sollten und was die Freigabe festhält. Der Beitrag zeigt auch, wie die Bemusterung bei Objekten mit Architekten und Planern abläuft. Schuster Innenausbau ist eine Schreinerei in Salach (Landkreis Göppingen), ein Meisterbetrieb in fünfter Generation. Alle Möbel entstehen in unserer eigenen Werkstatt.
Wie läuft die Bemusterung von Schreinerarbeiten ab?
Die Bemusterung findet bei uns oft am selben Tag statt wie Besprechung und Aufmaß. Wir legen die passenden Muster auf den Tisch und gehen sie mit Ihnen anhand der Planung durch. Wenn Sie nicht zu uns ins Büro nach Salach kommen können, schicken wir Ihnen die Muster zu.
Bei kleinen Aufträgen reicht meist ein Termin. Bei großen Aufträgen, etwa einer ganzen Wohnung, sind es oft mehrere. Das ist gut so, denn nicht jede Entscheidung muss am ersten Tag fallen.
Wichtig ist, dass Sie die Muster im Zusammenhang sehen. Eine Eichenfront allein sagt wenig. Erst neben dem Boden, der Wandfarbe und der Arbeitsplatte zeigt sich, ob die Kombination stimmt. Bringen Sie deshalb gern ein Stück Bodenbelag, eine Fliese oder Fotos des Raums mit.
Welche Muster wir Ihnen vorlegen
Wir haben Muster für alle Oberflächen, die wir verarbeiten: Furnier, Lack, Schichtstoff, Stein, Keramik und Mineralwerkstoff. Jede davon schaut man etwas anders an.
Furnier ist eine dünne Schicht echtes Holz, die auf eine Trägerplatte geleimt wird. Das Muster zeigt die Holzart und die Oberfläche, also geölt oder lackiert. Es zeigt aber nur einen kleinen Ausschnitt eines Stamms.
Bei Lack wählen Sie den Farbton und den Glanzgrad. Derselbe Farbton wirkt in Matt ruhiger und meist etwas dunkler als in Seidenmatt. Ein Farbfächer hilft bei der Vorauswahl, entscheiden sollten Sie am lackierten Muster.
Schichtstoff ist eine harte, robuste Deckschicht mit Dekor, oft in Holz- oder Steinoptik. Hier ist die Auswahl sehr groß. Allein Eiche-Dekore unterscheiden sich in Farbe und Struktur so stark, dass wir ohne Muster keinen Dekor festlegen.
Für Arbeitsplatten und Waschtische kommen Stein, Keramik und Mineralwerkstoff dazu. Mineralwerkstoff lässt sich fugenlos verarbeiten, Keramik ist sehr hart und verträgt Hitze. Einen Überblick über alle Werkstoffe gibt unsere Seite zu Materialien und Oberflächen für hochwertige Möbel.
Warum ein kleines Furniermuster nicht das ganze Möbel zeigt
Ein Muster ist meist nur handgroß. Eine Schrankfront ist dagegen schnell 60 cm breit und 220 cm hoch, und daneben stehen weitere Fronten. Auf dieser Fläche zeigt Holz seine Maserung ganz anders, mit ruhigen und lebhaften Stellen, mit Ästen und Farbspiel.
Holz ist ein Naturstoff. Kein Stamm gleicht dem anderen, deshalb weicht das gelieferte Holz immer etwas vom Muster ab. Das gehört zum Material. Bei Furnier legen wir außerdem fest, wie die Blätter aneinandergesetzt werden, damit die Maserung über mehrere Fronten ruhig durchläuft.
Auch das Licht verändert den Eindruck. Holz dunkelt mit den Jahren nach oder hellt auf. Kirschbaum wird deutlich dunkler, Nussbaum eher heller. Ein Muster, das lange im Musterkasten lag, kann deshalb anders aussehen als frisch geschnittenes Holz.
Schuster-Tipp: Schauen Sie sich die engere Wahl an der Stelle an, an der das Möbel später steht. Einmal bei Tageslicht und einmal abends bei Ihrer eigenen Beleuchtung. Halten Sie das Muster dabei so, wie die Front später steht, also senkrecht neben die Wand.
Fronten, Arbeitsplatte und Rückwand der Küche zusammen bemustern
In der Küche treffen mehr Oberflächen aufeinander als bei jedem anderen Möbel. Fronten, Arbeitsplatte, Rückwand und Griffe müssen zusammenpassen. Deshalb legen wir die Muster hier nebeneinander, so wie sie später übereinander liegen.
Bei Naturstein gibt es eine Besonderheit. Jede Platte ist ein Einzelstück, Adern und Farbe ändern sich von Block zu Block. Wenn Sie eine auffällige Steinplatte möchten, schauen Sie sich die Platte vor der Freigabe selbst beim Lieferanten an. Keramik und Mineralwerkstoff fallen gleichmäßiger aus, hier reicht in der Regel das Muster.
Auch die Geräte gehören dazu. Ein schwarzes Kochfeld wirkt auf einer hellen Steinplatte anders als auf einer dunklen. Welche Bauformen und Materialien wir für Küchen anbieten, zeigt unsere Seite Küche vom Schreiner.
Was die Freigabe festhält und warum sie wichtig ist
Mit der Freigabe bestätigen Sie die gewählten Oberflächen und die Zeichnung des Möbels. Erst danach bestellen wir das Material und starten die Fertigung. Sie bekommen genau das, was Sie ausgesucht haben, und wir bauen nach einem klaren Stand.
Nach der Auftragsbestätigung zeichnen wir die Möbel im Detail. Bei normalen Projekten sind 3D-Ansichten im Angebot enthalten, damit Sie Proportionen und Farben vorab im Raum sehen. Auf Wunsch zeigen wir das Möbel gegen Aufpreis auch in Virtual Reality. Bei umfangreichen Wohnungseinrichtungen gibt es meist einen Planungsvertrag im Voraus.
In der Freigabe steht alles, was später zu Fragen führen könnte. Dazu gehören Holzart und Oberfläche, Farbton mit Nummer und Glanzgrad, Dekor und Kantenfarbe. Am sichersten ist die Nummer, die auf dem Muster steht.
Änderungen nach der Freigabe sind möglich, kosten aber Zeit. Ist das Material schon bestellt oder zugeschnitten, muss neu bestellt werden, und der Liefertermin verschiebt sich. Wie das bei Objekten mit Architekten abläuft, lesen Sie im nächsten Abschnitt.
Schuster-Tipp: Geben Sie lieber eine Woche später frei als zu früh. Eine Woche Bedenkzeit vor der Freigabe ist günstiger als eine neue Platte nach dem Zuschnitt.
Bemusterung im Objekt: Ablauf mit Architekten und Planern
Objektarbeiten kommen fast immer als Ausschreibung mit Leistungsverzeichnis zu uns, selten als freies Angebot. Dort steht bei den Oberflächen oft „nach Bemusterung“ oder „nach Wahl des Architekten“. Das heißt: Die Entscheidung fällt erst nach dem Zuschlag, und der Terminplan muss dafür Platz lassen. Wer das früh weiß, plant die Bemusterung als festen Termin ein und nicht als Nebensache zwischen zwei Baubesprechungen.
Nach dem Zuschlag folgen Vorbesprechung, Bemusterung und Freigaben. Bei Ausschreibungen ist das ein eigener Arbeitsschritt in unserer Planung. Wir bringen Muster für Furnier, Lack, Stein und Keramik mit, dazu Muster für Schichtstoff. Architekt oder Planer wählen anhand der Planung aus. Bei großen Flächen wird manchmal ein Musterelement oder eine Musterfläche vereinbart, damit alle die Wirkung im Raum sehen, bevor die ganze Menge gefertigt wird. Ob das sinnvoll ist, klären wir im Einzelfall mit dem Planer.
Danach zeichnen wir die Werk- und Montageplanung und legen sie zur Freigabe vor. Wir fertigen nicht ohne Freigabe, und Material bestellen wir erst, wenn sie vorliegt. Deshalb muss die Bemusterung im Terminplan vor der Materialbestellung liegen. Wird sie zu spät angesetzt, gefährden die Lieferzeiten den Montagetermin.
Bei der Montage stimmen wir uns mit den anderen Gewerken ab, etwa mit Elektro und Sanitär. Aussparungen für Steckdosen oder Armaturen sollen zur freigegebenen Zeichnung passen, sonst wird auf der Baustelle nachgearbeitet. Freigegebene Muster sollten bis zur Abnahme aufbewahrt werden. Sie dienen dann als Referenz, falls später jemand fragt, wie die Oberfläche aussehen sollte.
Bemusterung in Salach für die Region Stuttgart
Unsere Werkstatt und unser Büro liegen in Salach im Landkreis Göppingen. Hier finden die meisten Termine zur Bemusterung statt, auch für Kunden aus Göppingen, Stuttgart, Esslingen oder Ulm. Wer nicht nach Salach kommen kann, bekommt die Muster zugeschickt.
Je besser die Vorbereitung, desto leichter fällt die Entscheidung. Bringen Sie Fotos des Raums mit, ein Stück Boden oder eine Fliese und, wenn vorhanden, Bilder von Möbeln, die Ihnen gefallen. Überlegen Sie vorher, ob es eher hell oder dunkel werden soll und ob eher warm oder kühl.
Wenn Sie ein Möbel planen und die Oberflächen mit uns aussuchen möchten, schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Über unsere Kontaktseite für einen Beratungstermin vereinbaren wir einen Termin für Besprechung, Aufmaß und Bemusterung.
Bei der Bemusterung wählen Sie anhand echter Muster die Oberflächen Ihrer Möbel aus, zum Beispiel Furnier, Lack, Schichtstoff oder Stein. Ihre Wahl wird schriftlich festgehalten und mit der Zeichnung freigegeben. Erst danach bestellen wir das Material und beginnen mit der Fertigung.
Ja. Wenn Sie nicht zu uns nach Salach kommen können, schicken wir Ihnen die Muster zu. Schauen Sie sie an der Stelle an, an der das Möbel später steht, einmal bei Tageslicht und einmal bei Ihrer Beleuchtung.
Holz ist ein Naturstoff, kein Stamm gleicht dem anderen. Auf einer großen Front zeigt die Maserung mehr Farbspiel als auf einem handgroßen Muster, und Holz verändert unter Licht mit den Jahren seinen Farbton. Kleine Abweichungen gehören deshalb zum Material.
Änderungen sind möglich, kosten aber Zeit. Ist das Material schon bestellt oder zugeschnitten, muss es neu bestellt werden, und der Liefertermin verschiebt sich. Nehmen Sie sich deshalb vor der Freigabe lieber etwas mehr Bedenkzeit.
Nach dem Zuschlag folgen Vorbesprechung, Bemusterung und Freigaben. Wir legen Muster für Furnier, Lack, Stein, Keramik und Schichtstoff vor und zeichnen die Werk- und Montageplanung. Gefertigt wird erst nach der Freigabe, Material bestellen wir erst danach.
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